Wer arbeitet bei der Tafel?

Viele fleißige Hände sind im Einsatz, damit die Lebensmittel vom Spender zu den Menschen gelangen. Unser großes Tafel – Team von über 400 Mitarbeitern sorgt dafür, dass uns dieses täglich gelingt.

  • ehrenamtliche Helfer, die uns ein wenig ihrer Zeit schenken, einen Vormittag pro Woche oder auch mehr
  • Menschen, die über das JobCenter in einer Maßnahme zu uns geschickt werden, damit sie wieder am Arbeitsleben teilhaben können (sogenannte 1-Euro-Jobber)
  • Menschen, die vom Gericht auferlegte Arbeitsstunden bei uns ableisten
  • Flüchtlinge, die freiwillig bei uns mithelfen, um Land und Leute besser kennenzulernen und was Sinnvolles zu tun, solange ihr Aufenthaltsstatus noch nicht geklärt ist
  • Praktikanten aus Schulen und anderen Einrichtungen, die sich für ihr Sozialpraktikum die Schwäbische Tafel Stuttgart e.V. ausgesucht habe
  • ein paar hauptamtliche, beim Verein angestellte Mitarbeiter, die sämtliche Abläufe in der Tafel mit der Projektleitung zusammen organisieren und koordinieren

Ein ehrenamtlicher, von den Vereinsmitgliedern gewählter Vorstand steht uns allen zur Seite und trägt die rechtliche Verantwortung des Vereins.

Die Projektleiterin in der Schwäbischen Tafel Stuttgart,
erinnert sich an Begegnungen mit Tafel-Kunden

Bis der Kühlschrank leer war

Ein 18 jähriger junger Mann, der seine Schule abgebrochen hat und nun in einer betreuten WG wohnt und schon lange nicht mehr in Hamburg wohnt konnte in Stuttgart wieder langsam Fuß fassen. Sein Taschengeld reicht jedoch nicht weit und in der Praktikumstelle sind Getränke und Essen nicht gerade billig. In die Tafel hat er sich erst nicht getraut – schließlich will er sein Leben alleine wieder in den Griff kriegen. Obwohl sein Freund in der Tafel Arbeitsstunden ableistet und ihn immer wieder von der Tafel erzählt. Bis zu dem Tag, an dem der Kühlschrank in der WG leer war und auch die Kaffeedose.

Sein Freund brachte ihn mit in die Tafel: „Kann mein Freund hier ehrenamtlich mitarbeiten?“ Der junge 18 Jährige sah eher wie ein unausgeschlafener hungriger Jugendlicher aus als jemand, der auf der Stelle die Ärmel aufkrempeln will. Mir fiel nichts Anderes ein als zu sagen: „Sei ehrlich, ihr braucht ein Frühstück. Heute kannst du deinen Freund mit an den Kaffeetisch nehmen.“. Drei Tage später kam er wieder – dieses Mal „mit aufgekrempelten Ärmeln“.

Seither hilft er so oft er kann, samstags oder gegen Abend mit. Er fühlt sich wohl bei uns in der Tafel. Tafelkunde ist er auch geworden, Brot und Bananen kauft er soviel wie möglich. „Weißt du“, sagte er vor kurzem, „ich bin richtig gesundheitsbewusst geworden: Obst und Gemüse gab es früher nie bei mir!“

Nur einmal im Theater

Ein 60 Jahre Mann, der vor fünf Jahren er aus Rumänien gekommen ist, dort Lehrer an einer deutschen Schule war und das Kulturprogramm für die deutsche Gemeine organisiert hat, hat sich in Rumänien über Jahre hinweg ein kleines Haus gebaut. In Stuttgart lebt er in einer Einzimmerwohnung und bekommt Sozialhilfe. Man hört ihn nie jammern, er hat sein Auskommen, er lebt ganz sparsam. Hilft mal hier, mal da. Seit er in Stuttgart ist, war er nur einmal im Theater – jemand hatte ihm die Karte geschenkt. Er hatte sich riesig gefreut. Ja, Konzerte, Theater… das vermisst er sehr. Zum Glück gibt es die Tafel. Hier ist er Kunde, das hilft weiter.

Heimlich in die Tafel

Begegnung: Zwei Männer stehen schon eine Weile vor dem Laden. Es sieht aus, als trauten sie sich nicht rein. Stattliche Männer. Irgendwann nehmen sie allen Mut zusammen und kommen herein. Fragen nach einem Einkaufsausweis. Beide sind vor 20 Jahren als Gastarbeiter hergekommen. Sie haben immer gearbeitet, dann haben sie ihre Arbeit verloren, die Firma hat geschlossen. Und mit 50 Jahren findet man keine neue Arbeit. Jetzt bekommen sie Arbeitslosenhilfe. Dem einen der beiden laufen Tränen herunter. Sie schämen sich so. Sie hätten nie gedacht, dass ihnen so was passieren würde, wo sie sich doch immer von ihrer Hände Arbeit ernährt haben. Ihre Ehefrauen haben ihnen verboten, Hilfe anzunehmen oder zur Tafel zu gehen. Deshalb kommen sie jetzt heimlich hier her und weit von ihrem Wohnort weg.

Für Alltägliches kämpfen

Jeden Nachmittag kommt eine etwa 30-jährige Frau in den Laden gehastet, ganz abgekämpft. Sie ist auf dem Weg nach Hause. Sie kommt von ihrer Praktikumstelle. Sie ist geschieden und hat vier Kinder. Einen Beruf hat sie nicht. Wegen der Kinder, sagt sie, sei sie zuhause geblieben. Und jetzt will sie einen Beruf lernen – sie ist ja auch noch nicht zu alt. Erzieherin will sie werden, da ist auch Raum für ihre künstlerischen Fähigkeiten. „Es ist schon viel, aber ich werde es schon schaffen“, sagt sie. Und dann das leidige Geld: Die mittlere Tochter möchte Gitarre lernen – aber woher nehmen. Diese Tochter hat am meisten unter der Scheidung gelitten und Musik machen täte ihr gut. Ein engagierter Sozialarbeiter findet eine Möglichkeit: ein Jahr Musikunterricht! Alles braucht Zeit und immer wieder muss sie zu Ämtern, um für Alltägliches zu kämpfen.

„Zum Glück sind meine Kinder mit dem zufrieden, was wir haben – Markensachen könnten wir uns nicht leisten“, sagt sie und fügt leiser hinzu: „Nur die Älteste möchte schon auch mal gerne ins Kino. Ich kann’s ja verstehen. Aber es geht nicht.“ Wenn es die Tafel nicht gäbe, hätte sie nicht mal Joghurt im Kühlschrank. „Hier kann ich mir das wenigstens leisten und Obst auch“, freut sie sich.

Die Schwäbische Tafel Stuttgart e.V. ist Mitglied im Bundesverband Deutsche Tafeln e.V. und im Landesverband der Tafeln in Baden-Württemberg e.V. Auf der Website des Bundesverbands Deutsche Tafeln e.V.  finden Sie Adressen und Kontaktdaten sämtlicher Tafeln bundesweit.

Der Schwäbischen Tafel Stuttgart e.V. verwandte Projekte und Einrichtung

Vesperkirche

Wo kann man sich sonst noch ehrenamtlich engagieren?

Bürgerengagement

+ Wer arbeitet bei der Tafel?

Viele fleißige Hände sind im Einsatz, damit die Lebensmittel vom Spender zu den Menschen gelangen. Unser großes Tafel – Team von über 400 Mitarbeitern sorgt dafür, dass uns dieses täglich gelingt.

  • ehrenamtliche Helfer, die uns ein wenig ihrer Zeit schenken, einen Vormittag pro Woche oder auch mehr
  • Menschen, die über das JobCenter in einer Maßnahme zu uns geschickt werden, damit sie wieder am Arbeitsleben teilhaben können (sogenannte 1-Euro-Jobber)
  • Menschen, die vom Gericht auferlegte Arbeitsstunden bei uns ableisten
  • Flüchtlinge, die freiwillig bei uns mithelfen, um Land und Leute besser kennenzulernen und was Sinnvolles zu tun, solange ihr Aufenthaltsstatus noch nicht geklärt ist
  • Praktikanten aus Schulen und anderen Einrichtungen, die sich für ihr Sozialpraktikum die Schwäbische Tafel Stuttgart e.V. ausgesucht habe
  • ein paar hauptamtliche, beim Verein angestellte Mitarbeiter, die sämtliche Abläufe in der Tafel mit der Projektleitung zusammen organisieren und koordinieren

Ein ehrenamtlicher, von den Vereinsmitgliedern gewählter Vorstand steht uns allen zur Seite und trägt die rechtliche Verantwortung des Vereins.

+ Berichte

Die Projektleiterin in der Schwäbischen Tafel Stuttgart,
erinnert sich an Begegnungen mit Tafel-Kunden

Bis der Kühlschrank leer war

Ein 18 jähriger junger Mann, der seine Schule abgebrochen hat und nun in einer betreuten WG wohnt und schon lange nicht mehr in Hamburg wohnt konnte in Stuttgart wieder langsam Fuß fassen. Sein Taschengeld reicht jedoch nicht weit und in der Praktikumstelle sind Getränke und Essen nicht gerade billig. In die Tafel hat er sich erst nicht getraut – schließlich will er sein Leben alleine wieder in den Griff kriegen. Obwohl sein Freund in der Tafel Arbeitsstunden ableistet und ihn immer wieder von der Tafel erzählt. Bis zu dem Tag, an dem der Kühlschrank in der WG leer war und auch die Kaffeedose.

Sein Freund brachte ihn mit in die Tafel: „Kann mein Freund hier ehrenamtlich mitarbeiten?“ Der junge 18 Jährige sah eher wie ein unausgeschlafener hungriger Jugendlicher aus als jemand, der auf der Stelle die Ärmel aufkrempeln will. Mir fiel nichts Anderes ein als zu sagen: „Sei ehrlich, ihr braucht ein Frühstück. Heute kannst du deinen Freund mit an den Kaffeetisch nehmen.“. Drei Tage später kam er wieder – dieses Mal „mit aufgekrempelten Ärmeln“.

Seither hilft er so oft er kann, samstags oder gegen Abend mit. Er fühlt sich wohl bei uns in der Tafel. Tafelkunde ist er auch geworden, Brot und Bananen kauft er soviel wie möglich. „Weißt du“, sagte er vor kurzem, „ich bin richtig gesundheitsbewusst geworden: Obst und Gemüse gab es früher nie bei mir!“

Nur einmal im Theater

Ein 60 Jahre Mann, der vor fünf Jahren er aus Rumänien gekommen ist, dort Lehrer an einer deutschen Schule war und das Kulturprogramm für die deutsche Gemeine organisiert hat, hat sich in Rumänien über Jahre hinweg ein kleines Haus gebaut. In Stuttgart lebt er in einer Einzimmerwohnung und bekommt Sozialhilfe. Man hört ihn nie jammern, er hat sein Auskommen, er lebt ganz sparsam. Hilft mal hier, mal da. Seit er in Stuttgart ist, war er nur einmal im Theater – jemand hatte ihm die Karte geschenkt. Er hatte sich riesig gefreut. Ja, Konzerte, Theater… das vermisst er sehr. Zum Glück gibt es die Tafel. Hier ist er Kunde, das hilft weiter.

Heimlich in die Tafel

Begegnung: Zwei Männer stehen schon eine Weile vor dem Laden. Es sieht aus, als trauten sie sich nicht rein. Stattliche Männer. Irgendwann nehmen sie allen Mut zusammen und kommen herein. Fragen nach einem Einkaufsausweis. Beide sind vor 20 Jahren als Gastarbeiter hergekommen. Sie haben immer gearbeitet, dann haben sie ihre Arbeit verloren, die Firma hat geschlossen. Und mit 50 Jahren findet man keine neue Arbeit. Jetzt bekommen sie Arbeitslosenhilfe. Dem einen der beiden laufen Tränen herunter. Sie schämen sich so. Sie hätten nie gedacht, dass ihnen so was passieren würde, wo sie sich doch immer von ihrer Hände Arbeit ernährt haben. Ihre Ehefrauen haben ihnen verboten, Hilfe anzunehmen oder zur Tafel zu gehen. Deshalb kommen sie jetzt heimlich hier her und weit von ihrem Wohnort weg.

Für Alltägliches kämpfen

Jeden Nachmittag kommt eine etwa 30-jährige Frau in den Laden gehastet, ganz abgekämpft. Sie ist auf dem Weg nach Hause. Sie kommt von ihrer Praktikumstelle. Sie ist geschieden und hat vier Kinder. Einen Beruf hat sie nicht. Wegen der Kinder, sagt sie, sei sie zuhause geblieben. Und jetzt will sie einen Beruf lernen – sie ist ja auch noch nicht zu alt. Erzieherin will sie werden, da ist auch Raum für ihre künstlerischen Fähigkeiten. „Es ist schon viel, aber ich werde es schon schaffen“, sagt sie. Und dann das leidige Geld: Die mittlere Tochter möchte Gitarre lernen – aber woher nehmen. Diese Tochter hat am meisten unter der Scheidung gelitten und Musik machen täte ihr gut. Ein engagierter Sozialarbeiter findet eine Möglichkeit: ein Jahr Musikunterricht! Alles braucht Zeit und immer wieder muss sie zu Ämtern, um für Alltägliches zu kämpfen.

„Zum Glück sind meine Kinder mit dem zufrieden, was wir haben – Markensachen könnten wir uns nicht leisten“, sagt sie und fügt leiser hinzu: „Nur die Älteste möchte schon auch mal gerne ins Kino. Ich kann’s ja verstehen. Aber es geht nicht.“ Wenn es die Tafel nicht gäbe, hätte sie nicht mal Joghurt im Kühlschrank. „Hier kann ich mir das wenigstens leisten und Obst auch“, freut sie sich.

+ Links

Die Schwäbische Tafel Stuttgart e.V. ist Mitglied im Bundesverband Deutsche Tafeln e.V. und im Landesverband der Tafeln in Baden-Württemberg e.V. Auf der Website des Bundesverbands Deutsche Tafeln e.V.  finden Sie Adressen und Kontaktdaten sämtlicher Tafeln bundesweit.

Der Schwäbischen Tafel Stuttgart e.V. verwandte Projekte und Einrichtung

Vesperkirche

Wo kann man sich sonst noch ehrenamtlich engagieren?

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